Jesuslatschen in der Presse
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700 Kilometer Einsamkeit
Der Merseburger Rüdiger Paul ist den Jaboksweg gegangen und veröffentlicht seine Tagebuchaufzeichnungen
VON UNDINE FREYBERG, 18.06.09, 17:14h, aktualisiert 18.06.09, 20:55h
Rüdiger Paul will mit seinem Buch auch anderen Pilgern Tipps für ihren Weg geben. (FOTO: PETER WÖLK)
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MERSEBURG/MZ. Inspiriert hat ihn Paolo Coelho ("Der Alchimist") mit seinem Buch "Auf dem Jakobsweg - Tagebuch einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela". "Da bekam ich Lust, selbst einmal mit mir in der Natur allein zu sein und diesen Weg zu gehen, der eine solche Patina, so eine Geschichte hat", erzählt Rüdiger Paul. Das Buch, das als Ergebnis seines Weges entstanden ist - anderthalb Jahre hat der
mittlerweile 50-Jährige daran geschrieben - war zunächst eigentlich nur als ganz persönliches Geschenk für seine Frau Gabi gedacht. Doch Rüdiger Paul entschloss sich, es doch einer breiteren Öffentlichkeit zugängig zu machen und verlegte "Jesuslatschen - Größe 42" im halleschen Projekte-Verlag. Seit einigen Tagen ist das Buch nun auf dem Markt.
Am 18. April 2006 hatte sich der Merseburger auf den Weg gemacht - aus der Domstadt, die mit der Pilgerherberge Neumarktkirche direkt an der 4 500 Kilometer langen Via Regia liegt (älteste, seit 2 000 Jahren existierende Landverbindung zwischen Ost- und Westeuropa), die von Kiew bis nach Santiago de Compostela führt. Zunächst ging es nach Bilbao und von dort dann entlang der zerklüfteten Biscaja-Küste.
Rüdiger Paul wählte den einsamen, den nördlichen und schwierigen Weg - den "Camino del Norte", den im Jahr vielleicht 3 000 Pilger gehen. "Hier trifft man viel weniger Pilger als auf dem französischen Jakobsweg", erinnert sich der Werkstoffprüfer. Doch auch er hat seine temporären Begleiter gefunden - einen krebskranken Franzosen, einen Komponisten aus Baden, zwei Italiener . . Dass sein Spanisch nur rudimentär war, war unwichtig. "Man kann sich da ohne Probleme verständigen."
Schnell lerne man auf dem Weg, Balast abzuwerfen. Der Regenschirm, den ihm die Schwiegermutter mitgegeben hatte, die Jeans, die Bücher, die er eigentlich lesen wollte und das alte NVA-Kochgeschirr - all das machte den Rucksack nur schwer. "Und zum Lesen kommt man Abends sowieso nicht mehr", erzählt der Pilger, der nicht gläubig ist. Und so wurde alles verpackt und nach Deutschland zurückgeschickt.
Rüdiger Paul verlegte sich aufs Tagebuchschreiben - immer dann, wenn es auf den mehr als 700 Kilometern gerade passte, hielt er seine Erlebnisse und Gedanken fest. Er erzählt von der Familie, deren Pilgerherberge eigentlich mit Geburtstagsgästen voll ist, die aber für ihn noch ein Schlafzimmer freimacht, davon wie er die täglich notwendige Wäsche und das Trocknen immer weiter perfektioniert und davon dass - beinahe wie ein Zeichen - irgendwann auf dem Weg seine Armbanduhr einfach stehen blieb. "Das war gut so", meint Rüdiger Paul im Nachhinein. "Und ich hab' die Uhr auch nie wieder aufgezogen." Ein Jubelfoto zeigt ihn in seinem Buch neben dem Ortsschild von Santiago. Geschafft! Als er am nächsten Tag und wenige Kilometer später mit seinem Pilgerstab die Jakobsmuschel auf dem Boden vor der Kathedrale berührt, wischt er sich eine Träne aus dem Augenwinkel.
Mit einem Reiseführer von Michael Kasper hatte er sich auf die Reise vorbereitet. Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" steht seit Weihnachten 2007 ungelesen im Regal. "Das wollte ich erst lesen, wenn mein eigenes Buch veröffentlicht ist." Jetzt wäre die Zeit dazu, aber ob es besser ist, nur weil ein berühmter Mann es geschrieben hat?
erschienen am:19.06.2009:
Mitteldeitsche Zeitung: Neuer Landbote Saalekreis / Merseburg
Naumburger Tageblatt
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Das Buch "Jesuslatschen - Größe 42" von Rüdiger Paul ist sowohl im Buchhandel
als auch im Internet erhältlich.
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BuchvorstellungRüdiger Paul - Jesuslatschen - Größe 42
Erlebnisse auf einer Pilgerwanderung von Bilbao nach Santiago de Compostela
Erschienen im Projekte-Verlag Cornelius GmbH, Halle 2009, 14,90
"Lebe deine Träume"
Wer von uns kann schon von sich behaupten, seinen Träumen Freiraum zu geben? Sind es nicht meistens die gesellschaftlichen Zwänge, welche unser Leben bestimmen? Aber manche von uns nehmen sich die Zeit und lassen ihre Träume Wirklichkeit werden, so wie Rüdiger Paul.
Und so machte sich der Merseburger im Frühjahr 2006 auf den Weg, den schon so viele vor ihm gegangen sind und auch nach ihm gehen werden, und den wir unter dem Namen "Jakobsweg" kennen.
Keine religiösen oder gesundheitlichen Zwänge gaben den Ausschlag, sondern einfach ein von ihm gelesenes Buch von Coelho, lässt in ihm den Entschluss reifen, "Ich werde diesen Weg gehen".
Seiner Familie ist klar, dass daran nicht zu rütteln ist, denn bei Rüdiger Paul gibt es kein vielleicht und irgendwann mal, sondern nur ein jetzt.
Auf seiner Wanderung lässt uns Rüdiger Paul an seinen Gedanken und Gefühlen teilhaben.
In fast schon philosophischer Betrachtungsweise zeigt er uns die Schönheiten der durchwanderten Landschaften, jedes Bauwerk ist für ihn von Interesse und zu den meisten von diesen kann Rüdiger Paul uns eine Geschichte erzählen.
Aber auch die kleinen und für die meisten von uns, ach so unbedeutenden Kleinigkeiten auf seinem Weg finden bei ihm Beachtung .
So macht er auf den Gesang einer Lerche aufmerksam und dabei werden bei ihm Kindheitserinnerungen wach. Er erzählt, wie er mit seinem Vater als kleiner Junge dem Gesang der Lerchen gelauscht hat.
Er nimmt sich die Zeit, dem Gesang der Vögel zuzuhören und lädt uns förmlich ein, es auch einmal auszuprobieren. Setz dich hin, schließ die Augen und konzentriere dich auf den Gesang.
Ich habe es ausprobiert. Als meine kleine Tochter morgens noch friedlich in ihrem Bett schlummerte, habe ich versucht, nur den Gesang der Vögel wahrzunehmen und die Alltagsgeräusche auszublenden. Nicht ganz einfach, aber wenn man die nötige Ruhe und Zeit hat, ist es einfach ein toller Start in den Tag.
Sicherlich sang vor meinem Fenster keine Lerche, sondern nur ein paar freche Sperlinge, aber trotzdem stellen sich Glücksgefühle ein, wie von Rüdiger Paul in seinem Buch beschrieben.
Das Buch von Rüdiger Paul ist so ganz anders , als das was ich bisher über den Jakobsweg gelesen habe.
Fast mühelos scheint der Autor, getragen von seinen positiven Gedanken, den Weg zu meistern. Sicherlich klagt er auch ab und an über müde und schwere Beine und fragt sich.
"Was mache ich eigentlich hier", aber das sind nur kurze Augenblicke, die ihn nicht von seinem Ziel abbringen.
Er trifft interessante Menschen, lernt Freunde fürs Leben kennen und erfährt viel über Land und Leute, aber man merkt auch wie wichtig ihm seine Familie und seine Freunde zuhause sind.
Und so endet sein Weg in Santiago de Compostela nach 700 km, am Ende seiner Kräfte, aber auch glücklich sein Ziel erreicht zu haben und natürlich voller Stolz nicht aufgegeben zu haben.
Mit sich und der Welt im reinen, macht er sich letztendlich auf den Weg nachhause, da wo er hingehört.
Ein Geheimnis lüftet er allerdings nicht. Was ist in der goldenen Nuss, die ihm seine Gabi mit auf dem Weg gab.
Ich werde noch einmal nachfragen, vielleicht verrät er es uns noch.
Ein Genuss dieses Buch zu lesen und eine Freude mit dir befreundet zu sein.
Andrea Stuck
Stadtbibliothek Leuna
Erschienen am 24.06.2009 in: "Saale-Aue- Bote"
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Peter Schibalski
"Für Sie gelesen"
Rüdiger Paul
„Jesuslatschen – Größe 42 – Erlebnisse auf einer Pilgerwanderschaft von Bilbao nach Santiago de Compostela“
Projekte-Verlag Cornelius GmbH, Halle 2009
Endlich ein Buch über die nördliche Pilgerroute „Camino del Norte“ und dann noch so ein herrlich geschriebenes, in dem Rüdiger Paul seine Erlebnisse vom 16.04. bis 19.05.2006 mehr als eindruckvoll schildert. Der aus Merseburg stammende Autor ist ein viel belesener und musikinteressierte Mann mit einer Vorliebe zu Salvatore Dalis Malkunst, der seine Umgebung und die ihm begegnenden Menschen hervorragend beschreibt. Das Lesen und die Anteilnahme an seinen Erlebnissen ist seitenweise ein wahrer Genuss. Wichtig erscheint mir: auf dem nördlichen Pilgerweg kann noch eine Ursprünglichkeit erlebt werden, die der Pilger auf dem südlicher verlaufenden Weg heute vergeblich sucht. Erst nach 5 Wandertagen begegnet Paul dem ersten Pilger (!) in einer der einsamen Herbergen. „Hier ist das Ursprüngliche moderner denn je. Oftmals vermittelte gerade die Einfachheit der Dinge eine Geborgenheit, nach welcher man sich im Leben sehnt. …. Auf einem paradiesischen Weg entlang der Küste öffnen sich die Augen allmählich wieder zum bewussten Sehen. Man ist durch die äußeren Umstände vergrämt und lässt nicht einmal das Schöne einströmen, bis man dann scheibchenweise den Körper wieder frei gibt, um an der Natur teilzuhaben.“ Ja, es fällt dem Pilger nicht immer leicht den rechten Weg zu finden und die Anstrengungen die meistern, die von ihm abverlangt werden. Aber Paul genießt die herrliche Landschaft in vollen Zügen und erfrischt sich beim „Essen, dass die Erotik der Pilger ist“ genauso, wie bei den oft holprigen Gesprächen, die er gerne mit Herbergsbesitzern, Mitpilgern und Dorfbewohnern führt. Häufig legt sich der Autor ins Gras, isst einwenig, nimmt die Gerüche wahr, streichelt über Ruinen und Sträucher, ehe er sich eine Mütze voll Schlaf gönnt, um erholt tiefe Täler und hohe Berge zu durchwandern. Alles genießt er im Alleingehen besser als beim gemeinsamen Pilgern den eigenen Rhythmus verändern zu müssen. Übrigens herrliche Farbaufnahmen bebildern das Buch und machen Lust, sich auf diese Pilgerreise zu begeben. Natürlich ist Paul darüber betrübt, die Küste verlassen zu müssen, um ans Ziel seiner Wanderung nach Santiago zu gelangen.
Veröffentlicht in „Der Jakobusfreund“ Nr. 10/Februar 2010 – Freundeskreis der Jakobuspilger, Paderborn